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Stand:
17.06.11
Musizieren
verbindet und gibt Lebensfreude
Sendenhorst - Nach der Begrüßung durch den
Vorsitzenden des Stadtfanfarenzugs „Blau-Weiß Sendenhorst“, Christian
Opitz, gab es mehr als „Lach- und Sachgeschichten“, was Bianca Michalak
im Jahresbericht des Vorstandes zu verkünden hatte. Die Schriftführerin
des Fanfarenzuges kündigte ihren Bericht in der Jahreshauptversammlung
im Bürgerhaus zwar mit diesen launigen Worten an und gab ihn auch
gewohnt humorvoll zum Besten. Aber es war eine Menge, was der
Fanfarenzug im vergangenen Jahr an Einsätzen und Geselligem zu bieten
hatte.
Zunächst bescheinigte Bianca Michalak dem neuen Vorstandsgespann, Christian
Opitz und Andrea Gravermann, dass sie bislang ihre Sache sehr gut gemacht
hätten. Aber das Wochenende in Esens-Bensersiel sei nicht nur gut gewesen,
sondern „spitzenmäßig“ schaute die Schriftführerin noch einmal auf den Spaß
am Strand zurück.
Dabei hatte es auch ein ganz besonderes Schützenfest gegeben: Ohne Gewehre,
aber mit einem Wettlauf mit Schwimmflossen an den Füßen und Sonnenbrille auf
der Nase. In diesem Jahr findet das Vereinsschützenfest am 9. Juli aber
wieder in Sendenhorst statt.
Auch die Musikgruppen aus dem Kreis Warendorf werden sich diesmal in
Sendenhorst treffen, was noch einiges an Vorbereitungsarbeiten bedeutet.
An Anschaffungen gab es im vergangenen Jahr einige neue Instrumente und mit
Regenjacken auch Schutz für Auftritte bei jedem Wetter. „Musik machen macht
einfach Spaß, und das gemeinsame Musizieren verbindet und fordert ein Gefühl
von Lebensfreude heraus“, schloss Bianca Michalak unter dem Beifall der
zahlreichen aktiven und passiven Mitglieder ihren Bericht.
Franziska Möllers vom Organisationsteam gab dann noch einmal rückblickend
einige Einzelheiten vom Wochenende am Strand zum Besten und freute sich noch
heute, dass dort viel gelacht wurde, bevor es wieder auf die „Fahrt zurück
in die Zivilisation“ ging.
Aus dem Kassenbericht von Thomas Michalak ging hervor, dass solche
Unternehmungen aber auch schon mal die Kassenlage etwas stärker als sonst
belasteten. Und das musste er diesmal feststellen. „Aber die Fahrt nach
Bensersiel mit allem, was wir da erleben konnten, ist einen größeren
finanziellen Aufwand durchaus wert“, betonte der Kassierer.
Deshalb sei die Freude über Spenden und der Beitritt von weiteren
Fördermitgliedern auch besonders groß. Und der Verein vertraue auch
weiterhin auf die zuverlässige Unterstützung der Stadt. Die Kassenprüfer
Peter Fabian und Johannes Sander konnten jedenfalls „eine gut geführte
Kasse“ bescheinigen und beantragten eine Entlastung von Kassierer und
Vorstand, die auch einstimmig gewährt wurde. Als neue Kassenprüferin für
Johannes Sander wurde Simone Uphues gewählt.
Vor dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ standen noch einige Ehrungen
langjähriger und verdienter Mitglieder auf dem Programm. Besonders aktiv war
Felix Gravermann, der im vergangenen Jahr an allen 51 Übungen teilgenommen
hat. Dafür erhielt er den Pokal, den er nach dreimaligem Erwerb nun auch
behalten darf. 49 Mal waren Ines Römer und Josef Engbert bei den Übungen
dabei und 47 Mal Martina Schmitz, Rene Börger und Marcel Wichert.
Ein besonderer Dank ging auch an den Wirt des Bürgerhauses, Afif Ben Moussa.
Zum Schluss wurde vor allem über die Musikstücke diskutiert, die eigens für
die Auftritte des Fanfarenzugs geschrieben worden waren und in Zukunft noch
komponiert werden.
Am 26. März findet ein Kameradschaftsabend beim Spielmannszug Marienfeld
statt, an dem auch passive Mitglieder teilnehmen können. Im Jahr 2012 wird
ein solcher Kameradschaftsabend Sendenhorst durchgeführt, wozu noch einiges
vorzubereiten ist.
Und natürlich auch für das 40-jährige Bestehen des Fanfarenzugs „Blau-Weiß“,
das er im 2013 feiern wird.
Zunächst aber ist am kommenden Samstag eine Karnevalsfeier bei Familie
Gravermann am Ostgraben vorgesehen. Diese steht unter dem Motto „Helden der
Kindheit“.

Ein Erlebnis, das man nicht
vergisst

Lob für
„einmaliges Beach- Vereinsfest“ des Fanfarenzugs Blau-Weiß am Strand
Von Wolfram
Opperbeck
Sendenhorst.
„Das war Spitze“, war die einhellige Meinung der Teilnehmer an der Fahrt des
Fanfarenzugs Blau-Weiß Sendenhorst am Wochenende nach Esens / Bensersiel. Dort
sollte in diesem Jahr eine ganz andere Art des Jahresausflugs und des sonst
üblichen Schützenfestes stattfinden, nämlich ein Wettbewerb mit verschiedenen
Aufgaben, die in einzelnen Gruppen bewältigt werden mussten, um schließlich auch
einen neuen König zu finden.
Bis auf zwei Mitglieder
waren alle Aktiven des Fanfarenzugs mit zum „Beach- Festival“ gefahren. Aber
auch Eltern von Aktiven, passive Mitglieder und Freunde der Spielerinnen und
Spieler waren dabei. Nachdem zunächst
Ärger über den inneren Zustand des aus dem Norden gecharterten Busses
aufgekommen war, konnte dann aber die Jugendherberge in Esens – Bensersiel mit
ihren Angeboten wieder voll begeistern.
Und so starteten am Abend im Gemeinschaftsraum der gemütlichen Herberge auch
gleich die ersten Spiele, die einiges an beweglichen Schenkelmuskeln
und Fußspitzengefühl verlangten. Da mussten nämlich
Toilettenpapierrollen von Körper zu Körper transportiert und Wassergläser mit
den Füßen weitergeleitet werden. Und nach diesem Muskeltraining war am nächsten
Morgen für die meisten auch der Gang von
Esens bis zum mehrere Kilometer entfernten Strand in Bensersiel gut zu schaffen.
Dort ging es dann weiter mit
verschiedenen Aufgaben. Die einzelnen Gruppen wurden zu Strandburgenbauteams,
versenkten Gruppenmitglieder als „Meerjungfrauen“ im Sande, wobei „Jungfrau“
Theo Puke sogar fast ganz im Strandsand verschwand. Er bekam am Abend aber auch
noch ein Geschenk als besondere Anerkennung für seine stets gute Laune und den
vielseitigen Einsatz bei den verschiedenen Spielen.
Immer wieder traten die
Gruppen gegeneinander an und bewiesen nicht nur beim Beach- Volleyball ihren
Teamgeist, der am Wochenende alle ganz besonders begeisterte. Einen besonderen
Lohn gab es dann für die Laufgeschwindigkeit beim Pinguin-Parcours mit
Badelatschen und Taucherbrille. Dieses Spiel wurde nämlich zum Königsmacher
anstelle des sonst üblichen Schießens. Da Spiele am Strand im Sand natürlich
auch viel Kraft kosten, musste auch eine Stärkung her. Und dazu hatte Elke Dokus
großzügig mit selbstgebackenem Kuchen überrascht.
Am Abend wurde dann der
amtierende König Felix Gravermann abgelöst und von der stellvertretenden
Vereinsvorsitzenden Andrea Gravermann die neuen Könige gekrönt: Bei den
Erwachsenen errang der Vorsitzender Christian Opitz diesmal die Kaiserwürde. Zur
Mitregentin erkor er sich Marianne Puke. Bei den Kindern und Jugendlichen war
Mathis Barlag der Schnellste und wurde somit König. Zur Königin wählte er sich
Angelina Meißner, die schon einmal Königin war.
Am Abend wurden aber nicht
nur das Kaiser- und Königspaar bekanntgegeben, auch das Gesamtsieger-Team wurde
mit einem Geschenk ausgezeichnet: Und dies ging an die „Mövengruppe“, die
zuletzt auch beim Wettbewerb FSDS ( Fanfarenzug sucht den Superstar) mit dem
Song „In the year sixty five“ nicht nur siegte, sondern auch bei Dieter Bohlen
Nachfolgerin Franzi Möllers ein „verstärktes Gänsehautgefühl“ ausgelöst hatte.
Zusammen mit ihr waren auch Kathrin Beyer und Ines Römer in der Jury. Und sie
suchten nicht nur die Richtigen als Sieger aus, sondern es gab auch noch ein
ganz besonderes Lob für die drei: „Ihr habt uns als Orgateam eine tolle
Veranstaltung geschenkt“, dankte Vorsitzender und Kaiser Christian Opitz für
ein Erlebnis, an das alle Teilnehmer wohl noch lange denken werden, weil es auch
das ohnehin schon gute Gemeinschaftsgefühl noch gefördert hat.

Stadtfanfarenzug
hat in 35 Jahren viel erlebt
Sendenhorst. Auf eine bewegte 35-jährige Geschichte mit vielen Höhen
und einigen Tiefen blickt am Sonntag, 7. September, der Stadtfanfarenzug
„Blau-Weiß Sendenhorst“ zurück. Ein Blick in die Chronik macht die wechselvolle
Entwicklung des Musikzuges deutlich.

Fein herausgeputzt präsentierte
sich der Stadtfanfarenzug vor der Feier zum 30-jährigen Bestehen im Garten des
Hauses Siekmann.
Der „Fanfarenzug Sendenhorst“ wurde im Jahr 1973
gewissermaßen bei einem Thekengespräch von Ernst Wördemann aus Angelmodde und
Hubert Wessel in seiner Gaststätte „Alten Gasthaus Suermann“ gegründet.
Wördemann hatte die Instrumente, Wessel die Kontakte und den entsprechenden
Probenraum. Nach der Gründungsversammlung des Fanfarenzuges wurde zwei bis drei
Mal in der Woche geprobt. „Als Belohnung für den ersten Marsch, der sauber
gespielt wurde, bekamen wir von der Vereinswirtin Lotte Wessel ein 30-Liter-Fass
Pils spendiert“, heißt es in der Chronik. Die erste Generalversammlung wurde
abgehalten, auf der Ernst Wördemann als erster Vorsitzender, Hubert Wessel als
zweiter Vorsitzender, Peter Fabian als Schriftführer und Laurenz Volkery als
Kassierer gewählt wurden. Pro Übungsabend wurde 50 Pfennige als Beitrag in die
Kasse gezahlt.

Auch vereinseigene Tänzerinnen waren beim
Jubiläum vor fünf Jahren im Sendenhorster Bürgerhaus dabei.
Ein Jahr später hatte der Zug bereits fünf Märsche im
Repertoire – und 25 Mitglieder. Es wurden die ersten Uniformen angeschafft. Die
Jungen trugen eine schwarze Hose, weißes Hemd und schwarze Schleife. Und die
Mädchen hatten einen schwarzen Rock, eine weiße Bluse, schwarze Schleife und
schwarze Stiefel an. Der erste öffentliche Auftritt fand am 24. Februar 1974
statt – beim Karneval der Kolpingfamilie.

So
kennt man ihn in der Stadt: Bei Festen draußen oder drinnen ist der Fanfarenzug
im Einsatz.
Die
steigende Mitgliederzahl machte die Anschaffung weiterer Instrumente notwendig:
Die ersten Ventilfanfaren kamen 1974 hinzu. Allerdings: Ernst Wördemann kannte
sich mit diesen Instrumenten nicht aus. Und so übergab er die musikalische
Leitung an Dieter Hinkämper, der sich bereit erklärte, die Probenarbeit zu
übernehmen. Außerdem trat der Gründungsvorstand zurück, um Neuwahlen zu
ermöglichen. Hubert Wessel wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Seine
Stellvertreter wurden Peter Fabian und Bernhard Wildemann.
Im Januar 1975 wurde die schwarz-weiße Uniform gegen eine blau-weiße getauscht.
Es wurden hellblaue Uniformjacken und für die jüngeren Mitglieder Kapes
angeschafft. Die schwarzen Hosen und Röcke wurden gegen weiße getauscht. Als
Kopfbedeckung wurden hellblaue Schiffchen getragen. Es war zugleich die
Geburtsstunde des neuen Namens: Stadtfanfarenzug „Blau-Weiß“ Sendenhorst. Dieser
veranstaltete seine erste große Musikschau im Festzelt auf dem Lambertiplatz.
Dieter Hinkämper sei es zu verdanken, dass der Fanfarenzug seinen eigenen
„Sound“ gefunden habe, heißt es in der Chronik. „Dadurch wurden wir bis weit
über die Grenzen von Sendenhorst bekannt und gerne als musikalischer Unterhalter
eingeladen.“
Ein Jahr später löste Johannes Sander Hubert Wessel als Vorsitzenden ab. Die
Schiffchen der Uniform wurden durch Fellmützen mit blauen Federn ersetzt. Zudem
wurden noch Blousons angeschafft.
Gudrun Neigenfind wurde 1979 die nächste Vorsitzende des Vereins, der an der
nordrhein-westfälischen Landesmeisterschaft in Essen teilnahm, bei der er sich
für die Deutsche Meisterschaft in Knesebeck qualifizierte. Dort belegten die
„Blau-Weißen“ den neunten Platz. Unvergessen blieben auch Karnevalsauftritte in
Mannheim und Belgien.
1980 verließ Dieter Hinkämper aus familiären Gründen den Verein. Seine
Nachfolger als musikalische Leiter wurden Johannes Sander und Detlef Krüger. Der
Verein entwickelte sich zu einem Freizeitgestalter, was die zahlreichen Pokale
und Urkunden, die auf den Meisterschaften und Wettstreiten gewonnen wurden,
bestätigen. Gemeinsam reisten die Musiker auch für 14 Tage nach Oberbayern.
1982 löste Mechthild Entrup die beiden musikalischen Leiter Johannes Sander und
Detlef Krüger ab. Zwei Jahre später übernahm Andreas Grohs das Amt. Im Jahr 1985
wurde die Uniform noch einmal verändert. Die alten Jacken wurden durch
qualitativ höherwertige Jacken ersetzt, die noch heute getragen werden.
In der Generalversammlung drei Jahre später übernahm Volker Neigenfind von
Gudrun Neigenfind den Vorsitz. Andreas Grohs übergab den Job als Tambourmajor
und musikalischer Leiter an Ralf Heinrichbrummel.
„1988 bis 1990 waren die schwersten Jahre in der Vereinsgeschichte des
Stadtfanfarenzuges. Der Verein stand kurz vor der Auflösung. Auftritte mussten
abgesagt werden, die Übungsabende fanden nicht mehr statt. Eine Krisensitzung
folgte der anderen“, beschreibt die Chronik die wenig „goldenen Jahre“ des
Stadtfanfarenzugs. Dann leitete der geschäftsführende Vorstand – Volker
Neigenfind, Theo Puke, Marianne Puke, Gisela Neigenfind und Tina Schimmelpfennig
– einschneidende Änderungen ein. Die S-Ventilfanfaren wurden verkauft und
B-Trompeten angeschafft. Unter der Leitung von Günther Röpke erholte sich der
Verein von seiner Krise, da neue Musikstücke gespielt wurden, die sehr gut bei
dem Publikum ankamen. Die Mitgliederzahl stieg wieder auf 25 Spieler an. Zum
20-jährigen Bestehen wurde eine Musikschau veranstaltet, die weitere Mitglieder
anlockte. 35 bis 45 Auftritte wurden im Jahr gespielt, die von
Karnevalsveranstaltungen in der Halle Münsterland bis zu Musikfesten in den
Niederlanden reichten. Dann löste Bianca Freund als neue Tambourmajorin Ralf
Heinrichbrummel nach dessen neunjähriger Tätigkeit ab.
Vor zehn Jahren wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. 33 aktive
und 24 passive Mitglieder nahmen daran teil. Besonderheit: Viele Ehemalige des
Vereins griffen unter der Leitung von Dieter Hinkämper nach langer Pause noch
einmal zum Instrument und probten ein halbes Jahr.
An der großen Musikschau zum 25. Geburtstag nahmen 33 Musikvereinen mit 800
Musikern teil. Intensiv gepflegt wurde ab da auch die Partnerschaft mit
Kirchberg. Der Verein wuchs weiter und zählte mittlerweile 38 aktive und 27
passive Mitglieder. Mit gemeinsamen Fahrten bis an die luxemburgische Grenze und
zahlreichen anderen Veranstaltungen wurde die Kameradschaft intensiv gepflegt.
Zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2003 bildete sich auch eine Gruppe
„blau-weißer“ Tänzerinnen. Mitte des Jahres gab Bianca Freund die musikalische
Leitung aus privaten Gründen ab. Ein Jahr später nahm nach 18 Jahren auch Volker
Neigenfind Abschied als Vorsitzender. Udo Gravermann übernahm den Job im
inzwischen 73 aktive und passive Mitglieder großen Verein. Lisa Gravermann
unterstützte fortan Kathrin Bayer bei den Probenabenden.
Im Jubiläumsjahr 2008 schließlich nahmen langjährige Vorstandsmitglieder
Abschied: Marianne und Theo Puke sowie Gisela Neigenfind gaben ihre Posten ab.
Derzeit besteht der Vorstand aus Udo Gravermann (Vorsitzender) Christian Opitz
(zweiter Vorsitzender), Thomas Michalak (Kassierer), Bianca Michalak
(Schriftführerin), Ines Römer (Stellvertreterin), Martina Medved (Spieler- und
Jugendwartin) und Andrea Gravermann (Elternwart).
VON
JOSEF THESING, SENDENHORST
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