Stadt-Fanfarenzug

„Blau-Weiß“ Sendenhorst e.V. 1973

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Stand: 17.06.11

 

Musizieren verbindet und gibt Lebensfreude

 

Sendenhorst - Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Stadtfanfarenzugs „Blau-Weiß Sendenhorst“, Christian Opitz, gab es mehr als „Lach- und Sachgeschichten“, was Bianca Michalak im Jahresbericht des Vorstandes zu verkünden hatte. Die Schriftführerin des Fanfarenzuges kündigte ihren Bericht in der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus zwar mit diesen launigen Worten an und gab ihn auch gewohnt humorvoll zum Besten. Aber es war eine Menge, was der Fanfarenzug im vergangenen Jahr an Einsätzen und Geselligem zu bieten hatte.


Zunächst bescheinigte Bianca Michalak dem neuen Vorstandsgespann, Christian Opitz und Andrea Gravermann, dass sie bislang ihre Sache sehr gut gemacht hätten. Aber das Wochenende in Esens-Bensersiel sei nicht nur gut gewesen, sondern „spitzenmäßig“ schaute die Schriftführerin noch einmal auf den Spaß am Strand zurück.

Dabei hatte es auch ein ganz besonderes Schützenfest gegeben: Ohne Gewehre, aber mit einem Wettlauf mit Schwimmflossen an den Füßen und Sonnenbrille auf der Nase. In diesem Jahr findet das Vereinsschützenfest am 9. Juli aber wieder in Sendenhorst statt.
Auch die Musikgruppen aus dem Kreis Warendorf werden sich diesmal in Sendenhorst treffen, was noch einiges an Vorbereitungsarbeiten bedeutet.

An Anschaffungen gab es im vergangenen Jahr einige neue Instrumente und mit Regenjacken auch Schutz für Auftritte bei jedem Wetter. „Musik machen macht einfach Spaß, und das gemeinsame Musizieren verbindet und fordert ein Gefühl von Lebensfreude heraus“, schloss Bianca Michalak unter dem Beifall der zahlreichen aktiven und passiven Mitglieder ihren Bericht.
Franziska Möllers vom Organisationsteam gab dann noch einmal rückblickend einige Einzelheiten vom Wochenende am Strand zum Besten und freute sich noch heute, dass dort viel gelacht wurde, bevor es wieder auf die „Fahrt zurück in die Zivilisation“ ging.

Aus dem Kassenbericht von Thomas Michalak ging hervor, dass solche Unternehmungen aber auch schon mal die Kassenlage etwas stärker als sonst belasteten. Und das musste er diesmal feststellen. „Aber die Fahrt nach Bensersiel mit allem, was wir da erleben konnten, ist einen größeren finanziellen Aufwand durchaus wert“, betonte der Kassierer.
Deshalb sei die Freude über Spenden und der Beitritt von weiteren Fördermitgliedern auch besonders groß. Und der Verein vertraue auch weiterhin auf die zuverlässige Unterstützung der Stadt. Die Kassenprüfer Peter Fabian und Johannes Sander konnten jedenfalls „eine gut geführte Kasse“ bescheinigen und beantragten eine Entlastung von Kassierer und Vorstand, die auch einstimmig gewährt wurde. Als neue Kassenprüferin für Johannes Sander wurde Simone Uphues gewählt.

Vor dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ standen noch einige Ehrungen langjähriger und verdienter Mitglieder auf dem Programm. Besonders aktiv war Felix Gravermann, der im vergangenen Jahr an allen 51 Übungen teilgenommen hat. Dafür erhielt er den Pokal, den er nach dreimaligem Erwerb nun auch behalten darf. 49 Mal waren Ines Römer und Josef Engbert bei den Übungen dabei und 47 Mal Martina Schmitz, Rene Börger und Marcel Wichert.
Ein besonderer Dank ging auch an den Wirt des Bürgerhauses, Afif Ben Moussa.

Zum Schluss wurde vor allem über die Musikstücke diskutiert, die eigens für die Auftritte des Fanfarenzugs geschrieben worden waren und in Zukunft noch komponiert werden.

Am 26. März findet ein Kameradschaftsabend beim Spielmannszug Marienfeld statt, an dem auch passive Mitglieder teilnehmen können. Im Jahr 2012 wird ein solcher Kameradschaftsabend Sendenhorst durchgeführt, wozu noch einiges vorzubereiten ist.
Und natürlich auch für das 40-jährige Bestehen des Fanfarenzugs „Blau-Weiß“, das er im 2013 feiern wird.
Zunächst aber ist am kommenden Samstag eine Karnevalsfeier bei Familie Gravermann am Ostgraben vorgesehen. Diese steht unter dem Motto „Helden der Kindheit“.

 

Ein Erlebnis, das man nicht vergisst

Lob für „einmaliges Beach- Vereinsfest“  des Fanfarenzugs Blau-Weiß  am Strand

Von Wolfram Opperbeck

Sendenhorst. „Das war Spitze“, war die einhellige Meinung der Teilnehmer an der Fahrt des Fanfarenzugs Blau-Weiß Sendenhorst am Wochenende nach Esens / Bensersiel. Dort sollte in diesem Jahr eine ganz andere Art des Jahresausflugs und des sonst üblichen Schützenfestes stattfinden, nämlich ein Wettbewerb mit verschiedenen Aufgaben, die in einzelnen Gruppen bewältigt werden mussten, um schließlich auch einen neuen König zu finden. 

Bis auf zwei Mitglieder waren alle Aktiven des Fanfarenzugs mit zum „Beach- Festival“ gefahren. Aber auch Eltern von Aktiven, passive Mitglieder und Freunde der Spielerinnen und Spieler waren dabei. Nachdem zunächst Ärger über den inneren Zustand des aus dem Norden gecharterten Busses aufgekommen war, konnte dann aber die Jugendherberge in Esens – Bensersiel mit ihren Angeboten wieder voll begeistern. Und so starteten am Abend im Gemeinschaftsraum der gemütlichen Herberge auch gleich die ersten Spiele, die einiges an beweglichen Schenkelmuskeln und Fußspitzengefühl verlangten. Da mussten nämlich Toilettenpapierrollen von Körper zu Körper transportiert und Wassergläser mit den Füßen weitergeleitet werden. Und nach diesem Muskeltraining war am nächsten Morgen für die meisten auch der Gang von Esens bis zum mehrere Kilometer entfernten Strand in Bensersiel gut zu schaffen. Dort ging es dann weiter mit verschiedenen Aufgaben. Die einzelnen Gruppen wurden zu Strandburgenbauteams, versenkten Gruppenmitglieder als „Meerjungfrauen“ im Sande, wobei „Jungfrau“ Theo Puke sogar fast ganz im Strandsand verschwand. Er bekam am Abend aber auch noch ein Geschenk als besondere Anerkennung für seine stets gute Laune und den vielseitigen Einsatz bei den verschiedenen Spielen.

Immer wieder traten die Gruppen gegeneinander an und bewiesen nicht nur beim Beach- Volleyball ihren Teamgeist, der am Wochenende alle ganz besonders begeisterte. Einen besonderen Lohn gab es dann für die Laufgeschwindigkeit beim Pinguin-Parcours mit Badelatschen und Taucherbrille. Dieses Spiel wurde nämlich zum Königsmacher anstelle des sonst üblichen Schießens. Da Spiele am Strand im Sand natürlich auch viel Kraft kosten, musste auch eine Stärkung her. Und dazu hatte Elke Dokus großzügig mit selbstgebackenem Kuchen überrascht.

 Am Abend wurde dann der amtierende König Felix Gravermann abgelöst und von der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Andrea Gravermann die neuen Könige gekrönt: Bei den  Erwachsenen errang der Vorsitzender Christian Opitz diesmal die Kaiserwürde. Zur Mitregentin erkor er sich Marianne Puke. Bei den Kindern und Jugendlichen war Mathis Barlag der Schnellste und wurde somit König. Zur Königin wählte er sich Angelina Meißner, die schon einmal Königin war.

Am Abend wurden aber nicht nur das Kaiser- und Königspaar bekanntgegeben, auch das Gesamtsieger-Team wurde mit einem Geschenk ausgezeichnet: Und dies ging an die „Mövengruppe“, die zuletzt auch beim Wettbewerb FSDS ( Fanfarenzug sucht den Superstar) mit dem Song „In the year sixty five“ nicht nur siegte, sondern auch bei Dieter Bohlen Nachfolgerin Franzi Möllers ein „verstärktes Gänsehautgefühl“ ausgelöst hatte. Zusammen mit ihr waren auch  Kathrin Beyer und Ines Römer in der Jury. Und sie suchten nicht nur die Richtigen als Sieger aus, sondern es gab auch noch ein ganz besonderes Lob für die drei: „Ihr habt uns als Orgateam eine tolle Veranstaltung geschenkt“, dankte Vorsitzender und Kaiser Christian Opitz  für ein Erlebnis, an das alle Teilnehmer wohl noch lange denken werden, weil es auch das ohnehin schon gute Gemeinschaftsgefühl noch gefördert hat.

 

Stadtfanfarenzug hat in 35 Jahren viel erlebt

 
Sendenhorst. Auf eine bewegte 35-jährige Geschichte mit vielen Höhen und einigen Tiefen blickt am Sonntag, 7. September, der Stadtfanfarenzug „Blau-Weiß Sendenhorst“ zurück. Ein Blick in die Chronik macht die wechselvolle Entwicklung des Musikzuges deutlich.
 

Fein herausgeputzt präsentierte sich der Stadtfanfarenzug vor der Feier zum 30-jährigen Bestehen im Garten des Hauses Siekmann.

Der „Fanfarenzug Sendenhorst“ wurde im Jahr 1973 gewissermaßen bei einem Thekengespräch von Ernst Wördemann aus Angelmodde und Hubert Wessel in seiner Gaststätte „Alten Gasthaus Suermann“ gegründet. Wördemann hatte die Instrumente, Wessel die Kontakte und den entsprechenden Probenraum. Nach der Gründungsversammlung des Fanfarenzuges wurde zwei bis drei Mal in der Woche geprobt. „Als Belohnung für den ersten Marsch, der sauber gespielt wurde, bekamen wir von der Vereinswirtin Lotte Wessel ein 30-Liter-Fass Pils spendiert“, heißt es in der Chronik. Die erste Generalversammlung wurde abgehalten, auf der Ernst Wördemann als erster Vorsitzender, Hubert Wessel als zweiter Vorsitzender, Peter Fabian als Schriftführer und Laurenz Volkery als Kassierer gewählt wurden. Pro Übungsabend wurde 50 Pfennige als Beitrag in die Kasse gezahlt.

 

Auch vereinseigene Tänzerinnen waren beim Jubiläum vor fünf Jahren im Sendenhorster Bürgerhaus dabei.

Ein Jahr später hatte der Zug bereits fünf Märsche im Repertoire – und 25 Mitglieder. Es wurden die ersten Uniformen angeschafft. Die Jungen trugen eine schwarze Hose, weißes Hemd und schwarze Schleife. Und die Mädchen hatten einen schwarzen Rock, eine weiße Bluse, schwarze Schleife und schwarze Stiefel an. Der erste öffentliche Auftritt fand am 24. Februar 1974 statt – beim Karneval der Kolpingfamilie.

 So kennt man ihn in der Stadt: Bei Festen draußen oder drinnen ist der Fanfarenzug im Einsatz.

Die steigende Mitgliederzahl machte die Anschaffung weiterer Instrumente notwendig: Die ersten Ventilfanfaren kamen 1974 hinzu. Allerdings: Ernst Wördemann kannte sich mit diesen Instrumenten nicht aus. Und so übergab er die musikalische Leitung an Dieter Hinkämper, der sich bereit erklärte, die Probenarbeit zu übernehmen. Außerdem trat der Gründungsvorstand zurück, um Neuwahlen zu ermöglichen. Hubert Wessel wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter wurden Peter Fabian und Bernhard Wildemann.

Im Januar 1975 wurde die schwarz-weiße Uniform gegen eine blau-weiße getauscht. Es wurden hellblaue Uniformjacken und für die jüngeren Mitglieder Kapes angeschafft. Die schwarzen Hosen und Röcke wurden gegen weiße getauscht. Als Kopfbedeckung wurden hellblaue Schiffchen getragen. Es war zugleich die Geburtsstunde des neuen Namens: Stadtfanfarenzug „Blau-Weiß“ Sendenhorst. Dieser veranstaltete seine erste große Musikschau im Festzelt auf dem Lambertiplatz. Dieter Hinkämper sei es zu verdanken, dass der Fanfarenzug seinen eigenen „Sound“ gefunden habe, heißt es in der Chronik. „Dadurch wurden wir bis weit über die Grenzen von Sendenhorst bekannt und gerne als musikalischer Unterhalter eingeladen.“

Ein Jahr später löste Johannes Sander Hubert Wessel als Vorsitzenden ab. Die Schiffchen der Uniform wurden durch Fellmützen mit blauen Federn ersetzt. Zudem wurden noch Blousons angeschafft.

Gudrun Neigenfind wurde 1979 die nächste Vorsitzende des Vereins, der an der nordrhein-westfälischen Landesmeisterschaft in Essen teilnahm, bei der er sich für die Deutsche Meisterschaft in Knesebeck qualifizierte. Dort belegten die „Blau-Weißen“ den neunten Platz. Unvergessen blieben auch Karnevalsauftritte in Mannheim und Belgien.

1980 verließ Dieter Hinkämper aus familiären Gründen den Verein. Seine Nachfolger als musikalische Leiter wurden Johannes Sander und Detlef Krüger. Der Verein entwickelte sich zu einem Freizeitgestalter, was die zahlreichen Pokale und Urkunden, die auf den Meisterschaften und Wettstreiten gewonnen wurden, bestätigen. Gemeinsam reisten die Musiker auch für 14 Tage nach Oberbayern.

1982 löste Mechthild Entrup die beiden musikalischen Leiter Johannes Sander und Detlef Krüger ab. Zwei Jahre später übernahm Andreas Grohs das Amt. Im Jahr 1985 wurde die Uniform noch einmal verändert. Die alten Jacken wurden durch qualitativ höherwertige Jacken ersetzt, die noch heute getragen werden.

In der Generalversammlung drei Jahre später übernahm Volker Neigenfind von Gudrun Neigenfind den Vorsitz. Andreas Grohs übergab den Job als Tambourmajor und musikalischer Leiter an Ralf Heinrichbrummel.

„1988 bis 1990 waren die schwersten Jahre in der Vereinsgeschichte des Stadtfanfarenzuges. Der Verein stand kurz vor der Auflösung. Auftritte mussten abgesagt werden, die Übungsabende fanden nicht mehr statt. Eine Krisensitzung folgte der anderen“, beschreibt die Chronik die wenig „goldenen Jahre“ des Stadtfanfarenzugs. Dann leitete der geschäftsführende Vorstand – Volker Neigenfind, Theo Puke, Marianne Puke, Gisela Neigenfind und Tina Schimmelpfennig – einschneidende Änderungen ein. Die S-Ventilfanfaren wurden verkauft und B-Trompeten angeschafft. Unter der Leitung von Günther Röpke erholte sich der Verein von seiner Krise, da neue Musikstücke gespielt wurden, die sehr gut bei dem Publikum ankamen. Die Mitgliederzahl stieg wieder auf 25 Spieler an. Zum 20-jährigen Bestehen wurde eine Musikschau veranstaltet, die weitere Mitglieder anlockte. 35 bis 45 Auftritte wurden im Jahr gespielt, die von Karnevalsveranstaltungen in der Halle Münsterland bis zu Musikfesten in den Niederlanden reichten. Dann löste Bianca Freund als neue Tambourmajorin Ralf Heinrichbrummel nach dessen neunjähriger Tätigkeit ab.

Vor zehn Jahren wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. 33 aktive und 24 passive Mitglieder nahmen daran teil. Besonderheit: Viele Ehemalige des Vereins griffen unter der Leitung von Dieter Hinkämper nach langer Pause noch einmal zum Instrument und probten ein halbes Jahr.

An der großen Musikschau zum 25. Geburtstag nahmen 33 Musikvereinen mit 800 Musikern teil. Intensiv gepflegt wurde ab da auch die Partnerschaft mit Kirchberg. Der Verein wuchs weiter und zählte mittlerweile 38 aktive und 27 passive Mitglieder. Mit gemeinsamen Fahrten bis an die luxemburgische Grenze und zahlreichen anderen Veranstaltungen wurde die Kameradschaft intensiv gepflegt.

Zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2003 bildete sich auch eine Gruppe „blau-weißer“ Tänzerinnen. Mitte des Jahres gab Bianca Freund die musikalische Leitung aus privaten Gründen ab. Ein Jahr später nahm nach 18 Jahren auch Volker Neigenfind Abschied als Vorsitzender. Udo Gravermann übernahm den Job im inzwischen 73 aktive und passive Mitglieder großen Verein. Lisa Gravermann unterstützte fortan Kathrin Bayer bei den Probenabenden.

Im Jubiläumsjahr 2008 schließlich nahmen langjährige Vorstandsmitglieder Abschied: Marianne und Theo Puke sowie Gisela Neigenfind gaben ihre Posten ab. Derzeit besteht der Vorstand aus Udo Gravermann (Vorsitzender) Christian Opitz (zweiter Vorsitzender), Thomas Michalak (Kassierer), Bianca Michalak (Schriftführerin), Ines Römer (Stellvertreterin), Martina Medved (Spieler- und Jugendwartin) und Andrea Gravermann (Elternwart).
 

VON JOSEF THESING, SENDENHORST

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